Vater des Wirtschaftswunders


OVB vom 07.10.2010
Mit der "Straße der Erinnerung" im Herzen Berlins will der Ameranger Unternehmer Ernst Freiberger zeigen, dass es in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts Deutsche gab, die Herausragendes geleistet haben: Im Widerstand gegen das NS-Regime, als Literaten, Wissenschaftler, Architekten. Diese Straße am Spreebogen, direkt am Bundesinnenministerium, ist zugleich aber auch eine einmalige "Open-air-Kunstgalerie". Denn die Ernst-Freiberger-Stiftung ließ hier beeindruckende Kunstwerke neu schaffen oder neu gießen.





Jüngstes Beispiel: die Büste des "Vaters des Wirtschaftswunders", Ludwig Erhard. Vor wenigen Tagen wurde sie von Ernst Freiberger, Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und Linde-Vorstand Wolfgang Reitzle enthüllt. Zutage trat eine Büste des Berliner Künstlers Bernhard Heiliger, der zu den herausragenden Bildhauern der Nachkriegszeit gehört. Er hinterließ ein vielfältiges Werk, das sich von der Figuration zur reinen Abstraktion entwickelte. Das Kuratorium der Ernst-Freiberger-Stiftung entschied sich für einen Nachguss von Heiligers Erhard-Büste, weil sie zu Lebzeiten Erhards geschaffen wurde, der Wirtschaftsminister und spätere Bundeskanzler selbst gewissermaßen noch in Heiligers Hochschulatelier "Modell gesessen" hatte. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hatte die Arbeit 1962 anlässlich des 60. Geburtstages Erhards in Auftrag gegeben. Diese Büste befindet sich heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Den Nachguss vertraute die Ernst-Freiberger-Stiftung der berühmten Berliner Bildgießerei Noack an, mit der sie seit langem zusammenarbeitet.
Mit der Denkmalenthüllung ist die "Straße der Erinnerung" nicht nur um einen "Helden ohne Degen" reicher, sondern auch um ein bedeutendes Kunstwerk.
Wie auch bei den bisher Geehrten, gab die Ernst-Freiberger-Stiftung auch dieses Mal einen bemerkenswerten Begleitband heraus. Geschrieben haben ihn Erhard-Experten Peter Gillies, Professor Dr. Daniel Koerfer und Professor Dr. Udo Wengst. Die Biografie (ISBN 978-3-937233-65-9) umfasst rund 280 Seiten und ist im be.bra Wissenschaftsverlag erschienen. vk

Artikel online erschienen unter:
OVB-Online - "Vater des Wirschaftswunders"

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