Der Unternehmer Ernst Freiberger


Ernst Freiberger

Der Innovator in der Lebensmittelindustrie Ernst Freiberger, Gründer und Eigentümer der Freiberger Holding, ist 25 Jahre alt, als er nach einem
Ernst Freiberger
Betriebswirtschaftstudium an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität den ersten Schritt in seine Unternehmerlaufbahn tut. Bewusst entscheidet er sich, ein eigenes Unternehmen aufzubauen und nicht in die elterliche Firma einzutreten. In Berlin übernimmt er 1976 eine kleine vor dem Konkurs stehende Pizza-Bäckerei. Damals produzieren dort 20 Mitarbeiter täglich 6.000 Tiefkühlpizzen.

Innerhalb kürzester Zeit restrukturiert Ernst Freiberger die Firma und entwickelt mit seinem jungen, engagierten Team innovative Produktions- und Marketingformen. Mit dem Copacking-Modell, d. h. mit der Produktion von Handelseigenmarken, gelingt ihm die "Demokratisierung der Preise" – wodurch die Tiefkühlpizza zu einem erschwinglichen Lebensmittel für jedermann und somit zum stärksten Einzelartikel in der Tiefkühlwirtschaft wird. Kostenführerschaft und effiziente Produktionsabläufe schaffen die Basis für den Erfolg auf dem Markt, antizyklische Investitionen in Berlin nach der Wende machen die Firma zum europaweit größten Hersteller tiefgekühlter Pizzen, Baguettes und Pastaprodukte – mit einer Tagesproduktion von 1,5 Millionen Stück.

Für seine Verdienste als innovativer, beispielgebender Lebensmittel-Unternehmer erhält Ernst Freiberger 1983 die höchste Auszeichnung der Lebensmittelbranche: den „Goldenen Zuckerhut“. Seinen Verdiensten um die Agrarwissenschaften gilt die Verleihung der „Albrecht-Daniel-Thaer-Medaille“ der Humboldt-Universität Berlin. 1998 verkauft er die Freiberger Lebensmittel GmbH an die Südzucker AG. Auch heute noch hat dieser europäische Marktführer als einer der wenigen verbleibenden Produktionsbetriebe seinen Sitz in Berlin.


Erneuerer und Gestalter von historischer Architektur

Bereits 1988 dehnt Ernst Freiberger seine unternehmerischen Aktivitäten auf den Bereich Liegenschaften aus.
Humboldt-Mühle
Im Mittelpunkt stehen der Erwerb und die konstruktive Auseinandersetzung mit denkmalgeschützter Bausubstanz. Bewahren und Erneuern werden dabei in ein wirtschaftlich vernünftiges Gleichgewicht gebracht. Mit dem Kauf und der Revitalisierung der historischen Humboldt-Mühle am Tegeler See beginnt die Serie der Neugestaltungen historischer Architekturen. Sie wird mit dem Bauherrenpreis und der Alexander-von-Humboldt-Plakette ausgezeichnet.

1990 gibt Ernst Freiberger der historischen Bolle-Meierei ein neues, weltstädtisches Gesicht: das „Spree-Bogen-Projekt“, ein modernes Büro- und Dienstleistungszentrum - zu seiner Zeit das größte private Immobilienprojekt nach der Wende. Im österreichischen Kitzbühel restauriert und modernisiert er das historische Grand Hotel und macht aus dem architektonischen Juwel ein internationales Fortbildungszentrum.



Forum Museumsinsel
Mit dem Projekt „Forum Museumsinsel“ erweckt Ernst Freiberger nun an der kulturell prominentesten Stelle der deutschen Hauptstadt – in der Mitte der Mitte – ein einzigartiges Ensemble von Architekturen aus drei Jahrhunderten zu neuem urbanen Leben und wird es auch dort um moderne Architektur ergänzen.


Erneuerer im Gesundheitswesen

Kurz bevor die Gesundheitsreform mit einem Schlag das traditionelle Kurwesen weitgehend beendet, kauft Ernst Freiberger 1995 die EFA-Kurkliniken von seiner Familie.
Medical Park St. Hubertus
Während viele Kurkliniken schließen, investiert Ernst Freiberger antizyklisch und schafft mit Medical Park ein erfolgreiches Geschäftsmodell, dass sich auf die medizinischen Bedürfnisse der Zukunft einstellt. Auch hier, wie bei seinen unternehmerischen Anfängen muss schnell der Weg aus einer Krise gefunden werden.


Gesellschaftliches Engagement

Seine Erfahrungen als erfolgreicher Unternehmer, seine Aufmerksamkeit für die Probleme der Gesellschaft
Die Ernst Freiberger Stiftung
sowie die Überzeugung, dass unternehmerischer Erfolg verpflichtet, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, haben Ernst Freiberger 1994 dazu bewogen, eine Stiftung zu gründen. Sie dient ausschließlich gemeinnützigen Zielen und widmet sich der Erinnerungskultur, den Bedürfnissen der älteren Generation und der wissenschaftlichen Erforschung grundlegender gesellschaftlicher Probleme.


Heimat Berlin, Heimat Chiemgau

Seit 1976 liegt der Schwerpunkt der unternehmerischen Aktivitäten von Ernst Freiberger in Berlin. Für seine Leistungen als Unternehmer, Stadtgestalter und Stifter wird Ernst Freiberger im März 2008 auf Vorschlag des Landes Berlin vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Vor einigen Jahren entscheidet sich Ernst Freiberger, den
Amerang
Hauptsitz seines Unternehmens nach Amerang im Chiemgau zu verlagern und damit in seine Heimatgemeinde, die Sitz der Familie Freiberger seit dem 15. Jahrhundert ist. Die Leitung der Freiberger Holding, deren Aktivitäten Ernst Freiberger in ihrer heutigen Form aufgebaut hat, liegt in den Händen von Hartmut Hain und Roland Seebauer.